Pferdepsychologie

Schon immer haben sich Menschen für Tiere interessiert. Im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit standen die Aktivitäten der Pferde, also ihr Verhalten. Verhalten ist ein Dauerzustand. Solange ein Lebewesen lebt, verhält es sich – egal ob es stillsteht, döst oder sich bewegt. Tierpsychologie nannte man dieses neue Teilgebiet der Biologie.

Der Mensch ist in seinem Urinstinkt ein Jäger. Die Höhle bietet ihm Schutz und Sicherheit.

1920 wurde die Abstammungslehre von Charles Darwin auf die Tierpsychologie angewendet. Konrad Lorenz, Nicolas Tinbergen hielten in Ethogrammen ihre Beobachtungsergebnisse fest. Die Verhaltensforschung beobachtet Pferde überwiegend in ihrer natürlichen Umwelt.

Das Pferd ist in seinem Urinstinkt ein Fluchttier. Pferde sind soziale Tiere, das angeborene Sozialverhalten zwingt Pferde eine Rangordnung zu erstellen. Die Gemeinschaft mit Artgenossen bedeutet Sicherheit. Die Verhaltensbedürfnisse der Pferde sind Weite, Artgenossen, Bewegung und die Möglichkeit zur Flucht.

Unter natürlichen Bedingungen ist die Hauptgangart des Pferdes Schritt, der neben dem Grasen unter langsamer Fortbewegung stattfindet und über 60% des 24 Std. Tages ausmacht.

Schnellere Gangarten werden meist nur kurzfristig im Spiel, bei massiveren Auseinandersetzungen oder bei der Flucht gezeigt.

Spiel ist ein sicheres Anzeichen für Wohlbefinden. Im Spiel vervollkommen Jungpferde ihre Bewegungskoordination und üben sich gleichzeitig im Sozialverhalten. Sowohl das Neugier- als auch das Erkundungsverhalten gelten neben dem Spiel als der Hauptmotor für selbständiges Lernen.

Pferde sind Mehrmalsschläfer. Während des Ruhens ist die Individualdistanz im allgemeinen verringert.

Neben genetisch festgelegten Verhaltensprogrammen wird auch die Wichtigkeit von Lernvorgängen und vorallem das Zusammenspiel von Anlagen und Umwelt bei der Ausbildung von Verhalten individuell berücksichtigt.

Weiterführende Forschungsansätze wie die klassische Ethologie befassen sich mit den physiologischen Grundsätzen des Verhaltens, mit der Funktionsweise von Sinnes- und Nevenzellen, und der Informationsverarbeitung im Zentralnervensystem.